In einem Land, dessen Himmel immer lila und rosa gefärbt war, lebte ein lieber Junge namens Arvin. Arvin wohnte in einem Haus, das aus weichen, watteartigen Wolken gemacht war. Jede Nacht setzte er sich ans Fenster und lächelte die funkelnden Sterne an. Arvin wartete auf einen alten, zauberhaften Freund, der ihn nur nachts besuchen kam.
Plötzlich wehte eine sanfte Brise, und der Duft von Fliederblüten erfüllte das ganze Zimmer. Anila, derselbe Wind der guten Versprechen, kam an, mit einem Umhang aus Licht und glänzenden Sternenkränzen. Anila sah aus wie ein zitterndes, regenbogenfarbenes Band, das sich im Zimmer drehte. Arvin öffnete fröhlich die Arme, um seinen Freund zu umarmen.
Anila sagte mit einer Stimme, die wie silberne Glöckchen klang: „Arvin, heute ist mein Korb voller Versprechensamen.“ Sie zeigte Arvin einen kleinen Korb, geflochten aus Sonnenfäden. Im Korb funkelten kleine Samen, und jeder einzelne war ein Versprechen für eine gute und liebevolle Tat.
Arvin und Anila flogen gemeinsam los. Sie glitten über Berge, die aus weißer Schokolade waren, und über Flüsse, die aus Erdbeersirup flossen. Arvin fühlte sich, als hätte er Flügel aus Licht. Sie erreichten die Ebene der Wünsche, wo große, papierene Blumen sich bei jedem Windhauch bewegten.
Arvin steckte seine Hand in den Korb und nahm eine Handvoll Versprechensamen heraus. Vorsichtig streute er die Samen auf den Boden. Er versprach, immer freundlich zu den Tieren zu sein und seinen Freunden zu helfen. Mit jedem Samen, der auf die Erde fiel, spross in der Mitte der Erde ein kleiner Stern.
Anila drehte sich um eine große Sonnenblume, deren Blütenblätter aus Seide waren, und tanzte. Sie zeigte Arvin, wie gute Versprechen die Welt schöner machen können. Der freundliche Wind verbreitete bei jeder Drehung einen süßen, zauberhaften Duft in der Luft, der alle Papier-Schmetterlinge aufweckte und sie mit den Flügeln schlagen ließ.
Arvin und Anila setzten sich nebeneinander auf ein großes Blütenblatt. Arvin sagte: „Ich verspreche, jeden Tag ein Herz voller Liebe zu haben.“ Anila schmiegte sich sanft um Arvins Schulter und schenkte ihm eine angenehme Wärme. In dieser schönen Stille lauschten sie dem Gesang des Mondes.
Es war Zeit zurückzukehren. Der Himmel wurde nach und nach dunkelblau, und die Sterne leuchteten heller. Arvin nahm eine kleine Laterne in die Hand, in der einer dieser leuchtenden Versprechensamen lag. Diese Laterne erhellte ihm den Weg zurück zu seinem Wolkenhaus.
Anila begleitete Arvin bis zum Fenster seines Zimmers. Mit einem sanften Hauch küsste sie die Wange des Jungen und sagte: „Morgen Nacht komme ich wieder mit neuen Versprechen.“ Arvin lächelte und winkte seinem leuchtenden Freund nach, bis er zwischen den Sternen verschwand.
Arvin streckte sich in seinem warmen, weichen Bett aus. Er schloss die Augen und dachte an die guten Versprechen, die er gegeben hatte. Er wusste, dass morgen ein Tag voller Freundlichkeit sein würde. Während der Wind der guten Versprechen ihm hinter dem Fenster ein Schlaflied sang, glitt Arvin in einen süßen, bunten Schlaf.