Zola war ein kleines gestreiftes Zebra, das in den weiten Wiesen lebte. Sie liebte es, die watteweichen Wolken am Himmel zu beobachten. Eines Morgens, als sie sich im Schatten eines großen Baumes ausruhte, fiel ihr Blick auf etwas. Dort, auf dem grünen Gras, lag ein altes und magisches Papier, das sich im Wind hin und her bewegte.
Zola hob die Karte mit ihren kleinen Hufen auf. Die Karte war voller schwarzer und weißer Linien, die ständig ihre Form veränderten. Plötzlich begannen die Linien wie Sternschnuppen zu leuchten. Zola dachte bei sich: „Das ist keine gewöhnliche Karte, das ist eine magische Karte, die mir ein Geheimnis erzählen will!“
In diesem Moment kam ein leuchtend blauer Schmetterling zwischen den Blumen hervor und setzte sich genau auf Zolas Nasenspitze. Zola schaute den Schmetterling freundlich an. Der Schmetterling sagte mit einer Stimme wie kleine Glöckchen: „Hallo, Zola! Ich bin der Hüter dieser Karte. Wenn du mutig bist, bringt dich diese Karte an den schönsten Ort der Welt.“
Der Schmetterling flog in die Luft und schüttelte seine zarten Flügel. Er drehte sich in der Luft und hinterließ eine Spur aus blauem Licht. Zola rannte fröhlich hinter dem Schmetterling her. Sie gingen über weiche Hügel und hohes Gras, bis sie an einen Ort kamen, den noch kein Zebra je gesehen hatte.
Sie betraten einen silbernen, magischen Wald. An diesem seltsamen Ort waren die Baumstämme und sogar ihre Blätter genauso gestreift wie Zolas Körper. Der Wind schlängelte sich durch die Zweige und erzeugte einen Klang wie Musik. Zola schaute staunend um sich und hatte das Gefühl, sie sei in ihrem zweiten Zuhause.
Zwischen den gestreiften Bäumen sah Zola einen kleinen, freundlichen Elefanten namens „Toto“. Toto saß da und machte mit seinem Rüssel große, bunte Seifenblasen. Die Blasen schwebten in der Luft, und darin konnte man das Spiegelbild der Bäume sehen. Als Toto Zola sah, lächelte er und sagte: „Willkommen! Suchst du auch den See der Wünsche?“
Toto ging mit seinen großen, weichen Füßen ganz ruhig los, um Zola den Weg zu zeigen. Mit seinem Rüssel schob er zusätzliche Äste zur Seite, damit Zola leichter vorbeikommen konnte. Toto sagte: „Deine Karte sagt uns, dass die Magie in unserem Herzen ist und dass alles, was wir sehen, Teil eines großen Traums ist.“
Schließlich erreichten sie das Ufer eines riesigen Sees. Das Wasser des Sees war nicht blau, sondern in Rot-, Gelb- und Violetttönen. Als Zola am Rand des Wassers stehen blieb, sah sie ihr Spiegelbild. Doch in der Spiegelung waren ihre Streifen nicht mehr schwarz und weiß, sondern sie leuchteten wie ein Regenbogen und wechselten die Farben.
Zola hob die Karte zum Himmel. Plötzlich flog die Karte aus ihren Hufen und stieg zu den Sternen hinauf. Mitten am Himmel verwandelte sich die Karte in einen großen, strahlenden Stern, der die ganze Ebene erhellte. Jetzt wusste Zola, dass diese Reise das schönste Abenteuer ihres Lebens gewesen war.
Die Nacht brach herein, und der freundliche Mond erschien am Himmel. Toto und der Schmetterling waren an Zolas Seite. Zola streckte sich auf dem weichen Gras aus, schloss die Augen und fiel in einen tiefen Schlaf. Im Traum sah sie, dass die ganze Welt so gestreift und bunt geworden war wie sie selbst, und dass alle miteinander befreundet waren.